Projekt Beschreibung

Keine Angst vor Schotter und Co !

Der Urlaub ist genehmigt, die Reiseplanungen sind abgeschlossen, die Touren sind fertig und Dein Motorrad ist bepackt. Es kann also losgehen mit der Motorradreise. 👍 Und mitten auf der Reise kommst Du plötzlich auf eine unbefestigte Strasse. Du fragst Dich, was hab ich denn da bloß geplant, oder was hat die blöde Planungssoftware da nur gemacht? đŸ€” Nun hast Du zwei Möglichkeiten: Weiterfahren oder eben umkehren und eine alternative Strecke suchen. ☝

Vor dieser Frage standen wir 2020 am Gardasee, als wir den Passo di Croce Domini vor den RĂ€dern hatten. Zudem waren wir an diesem Tag mit nur einem Bike unterwegs. Was machen wir? Wir entschieden uns eine Alternative zu suchen und fuhren lieber die geteerte Strasse Richtung Breno weiter. Diese jedoch fĂŒhrte uns immer weiter weg von unserem Basecamp. Wir kehrten also um. Noch einmal fragten wir uns, was wir machen sollen. Wir entschieden uns zur endgĂŒltigen Umkehr und fuhren den gleichen Weg zurĂŒck, den wir zum “Passo” genommen hatten.

Aber warum? Der weitere Weg ĂŒber den “Passo” wĂ€re unbefestigt gewesen und mein Verstand klingelte in den höchsten Warntönen, diesen Weg NICHT zu befahren. Schotter, zwei Personen auf einem Motorrad, Unerfahrenheit…. das waren die EinwĂ€nde đŸ€” doch diese waren eigentlich völlig unbegrĂŒndet, eigentlich ☝☝

Bea und ich waren 2018 bei einem Training im Stöffelpark. Dort lernten wir unter professioneller Anleitung die richtigen Fahrtechniken auf losem Untergrund. Eigentlich hĂ€tte ich dieses erlernte Wissen und Können einfach nur abrufen mĂŒssen, ich hatte es doch gelernt. Doch irgendwie ist alles in Vergessenheit geraten. Und DAS (!) wollte ich Ă€ndern. Also am 29.05.2021 auf zum erneuten Endurotraining in Enspel.

Zu Beginn des Trainings wurden wir erst einmal begrĂŒĂŸt. Es folgten die Regeln, die es strickt einzuhalten gilt, sowie die Einteilung in Gruppen nach Können. Ich hatte mich fĂŒr die fortgeschrittenen AnfĂ€nger gemeldet, da ich ja schon ein wenig Erfahrung im Offroadfahren habe. Und schon konnte es los gehen. Ab in den Staub 😊

Stefan, unser Instruktor, erklÀrte uns nicht nur die Techniken, sondern zeigte uns vorab grundsÀtzlich erst einmal, wie diese auch angewandt werden. So wird das Fahren eines Kreises auf losem Untergrund völlig anders gefahren, als auf der Strasse. Auch der Slalom wird auf Schotter völlig anders gefahren, als wir es auf der Strasse gewohnt sind.

Nachdem wir die Grundlagen beherrschten ging es ans Eingemachte. Es folgten erste kleine HĂŒgel und zwischendurch immer ein paar Aufgaben, die wir anfangs geĂŒbt hatten. Nach und nach wurde man deutlich sicherer und auch mutiger. 😉

Wenn man ABS in seinem Motorrad verbaut hat, kann man wirklich “gefahrlos” eine Vollbremsung auf losem Untergrund einleiten. Auch das haben wir geĂŒbt. Allerdings gehört schon eine gewisse Portion Vertrauen in sein GefĂ€hrt und sein eigenes Können dazu, um eine Vollbremsung zu machen. Bei Thomi klappte es auch erst beim zweiten Anlauf. 😉 Und wie immer hat Stefan, unser Instruktor, dies natĂŒrlich vorgemacht. Eine Vollbremsung aus Tempo 50-60km mit jeweils ABS, ohne ABS und nur die Hinterradbremse. ☝ Es war sehr beeindruckend.

Stefan-zeigt.die-Vollbremsung-auf-Schotter

NatĂŒrlich wird immer mal etwas durch einen Fahrfehler oder einen falsch eingelegten Gang schief gehen, und es mag Ă€rgerlich sein, wenn das eigene Motorrad zu Boden geht. Meist sind es aber wirklich nur Kleinigkeiten, wie Kratzer an den StĂŒrzbĂŒgeln oder Verkleidungsteilen und selten geht es schlimmer aus. Und wenn man sich an die zu anfangs angesprochenen Regeln hĂ€lt, bleiben auch die Knochen heil  😉

Auch Thomi`s “Qalle” lag im Gras. Allerdings wurde sie sanft abgelegt (was man eigentlich wegen seiner eigenen Gesundheit besser nicht machen sollte). Im ersten Bild wurde gleich mal darĂŒber diskutiert, wie das Motorrad am besten wieder aufgehoben werden kann. Auch das wurde bei dieser Gelegenheit gleich geĂŒbt. Im dritten Bild gibt Stefan Tipps beim Berganfahren mitten in der Steigung nach abgesoffenen Motor. Leider ist der Grad der Steigung im Bild nicht zu erkennen, aber es waren schon mehr als 10% Steigung. Hier kommt es vorallem auf FeingefĂŒhl in der Gashand an.

Unser Fazit:

FĂŒr alle, die ihre Enduro / Reiseenduro sicher ĂŒber Stock und Stein bewegen wollen, bieten sich solche Trainingsmöglichkeiten an. Sie gibt es mittlerweile in ganz Deutschland. Thomi hatte sich fĂŒr den Stöfflepark entscheiden, weil er die Instruktoren kennt und sich der Stöffelpark nur 180 km vom Saarland entfernt im Westerwald befindet. Der Ein-Tages-Kurs dauert ca. 6-7 Stunden, je nach Können und Konzentration der Teilnehmer. Wie anfangs schon erwĂ€hnt werden auch absolute AnfĂ€nger professionell an das Offroad-Fahren herangefĂŒhrt. Thomi hatte eine Menge Spaß und wird sicherlich wieder zum Offraod-Training fahren.

Alle Infos zum Training im Stöffelpark findest Du auf

https://www.heikesescapes.eu/off-road-trainings/