Projekt Beschreibung

1.Etappe – auf dem Weg zur “Route”

Auf der ersten Etappe unserer Reise Richtung RDGA und Mittelmeer waren wir morgens um 10.00 Uhr im Saarland gestartet und wollten gemütlich die 300 km bis zu unserem Tagesziel Besancon fahren. Durchweg hatten wir die Etappe faktisch nur auf Nebenstraßen geplant und das war goldrichtig. 👍 Nichts aber auch gar nichts war hier los, auch haben wir kaum Biker gesehen. Und das an einem Samstag bei bis zu 26,5 Grad 😊. Gemütliche, schattige Plätze für eine Pause gab es zu genüge, die wir unterwegs auch immer wieder gern in Anspruch nahmen.
Auf den wenigen Kilometern Nationalstrassen, die wir dennoch zwischendurch mal gefahren sind, war natürlich der Bär los. In Frankreich darf man in der Regel nur 80 km/h außerhalb der Ortschaften fahren, wir sind schon 90 km/h gefahren und dennoch wurden wir geschoben, bedrängt oder mit weitaus mehr Tempo überholt. Aber so sind die Franzosen eben… Sie haben es immer eilig. Wir kennen das von zuhause, in Lothringen fahren sie auch immer so 🙂
Unsere “Rettung” folgte in der nächsten Navi Ansage, die da hieß “In einem Kilometer links abbiegen!”
Und schon war nach dem Abbiegen wieder Ruhe hinter uns. Was ein Glück 😊
Abseits der vielbefahrenen Nationalstrassen war es herrlich ruhig. Hier und da konnten wir einen Fotostop einlegen und einfach die Ruhe genießen. Eine frisch gemähte Wiese war eine willkommene Gelegenheit, einfach mal eine Nase voll frischem Heu zu nehmen. Es duftete einfach nur wunderbar 😊. Am liebsten hätte Thomi sich hier einfach nur ins Heu gelegt, aber da wir für heute eine Unterkunft vorab reserviert hatten, mussten wir leider weiter. Links und rechts des Weges gab es immer mal wieder etwas zu entdecken, alte Häuser, Kirchen oder auch einfach nur Schrott, der künstlerisch in Szene gesetzt wurde. Und dadurch, dass Bea als Sozia unterwegs war, konnte sie viele Schnappschüsse von Motiven machen, die Thomi so gar nicht aufgefallen wären.
Thomi hat ja eine Faible für ausländische Friedhöfe und wen wundert es, daß er auch hier in den Vogesen wieder fündig wurde 😊.  Die Grabstätten sind auch in Frankreich deutlich aufwendiger verschönert, als zum Beispiel in Deutschland. Es ist schon sehr beeindruckend, wie liebevoll manche Gräber geschmückt sind und wie man das Leben der Verstorbenen auch als “Aussenstehener” über deren Grab geradezu nachvollziehen kann. Einfach nur faszinierend.  ☝
Direkt neben der kleinen Kirche, die so gar nicht nach Frankreich, sondern eher schon nach “Mittelmeer-Region” aussah, gab es eine Sitzgruppe, die zur Kaffeepause einludt. Wir kramten also unsere Kaffeeküche hervor und genoßen bei frisch gekochten Espresso und Keksen die Stille des Ortes, die nur ab und zu durch einen vorbeifahrenden Traktor gestört wurde. Einfach nur herrlich 😊…. und das sind wichtige Gründe für uns, warum wir diese Freiheit, Ruhe und diese Art des Reisens so lieben. Keine Vorgaben, keine Zeitpläne, keine Eile und Hektik und nur wir bestimmen ganz allein, wann es wohin weitergeht…… 😎
Nach der kurvenreichen Durchquerung der Departements Lorraine und Vosges waren wir mittlerweile in Besancon angekommen. Eine Stadt, der wir überhaupt nichts abgewinnen konnten. Das Einchecken in unserem Hotel gestaltete sich anfangs schwierig, doch der nette Herr am Empfang startete den Google Übersetzter und schon klappte es mit der Kommunikation. Auf die Frage nach etwas Essbaren verwies er uns in die Stadt, alternativ hätte er unsere Wünsche aus dem Ort ins Hotel liefern lassen. Wir lehnten dankend ab und fuhren, nachdem wir unser Gepäck abgerödelt hatten, zu einer nahegelegenen Pizzeria im Uni-Viertel der Stadt, die gute Bewertungen bekommen hatte.
Die Pizzerei war recht “orientalisch” angehaucht, was uns nicht im Geringsten störte. Unsere Wünsche wurden schnell erfüllt, Getränke gab es nur aus der Dose mit Papphalmen, die nicht wirklich funktionierten. Leider gab es auch kein ordentliches Besteck, sondern nur jenes aus Holz, was Thomi fast an den Rand der Verzweiflung führte. Schneiden war faktisch unmöglich…. also blieben nur die Finger 🙂
Nach dem Essen fuhren wir noch kurz ins Zentrum. Aber auch genauso schnell waren wir dort wieder heraus, denn
1.) war da die Hölle los und 2.) entdeckten wir (mutmaßlich) in jeder Windschutzscheibe der Autos die Crit’air Plakette und uns wurde schlagartig klar:
Schei… völlig vergessen, die zu besorgen. Diese Umweltplakette, die nur in BESTIMMTEN REGIONEN Frankreichs Pflicht ist, hatten wir gar nicht mehr auf dem Schirm und man kann sie nur im Internet kaufen…
Also bloß weg hier und zurück ins Hotel😮😂 .
Auf der morgen beginnenden, zweiten Etappe geht’s dann weiter Richtung Combe Laval. Diesen tollen Ort sehen wir aber wohl erst auf der 3. Etappe. Auf alle Fälle sind wir sooooo gespannt auf die erste “echte” Bergetappe mit ihrem berühmten Zwischenziel ☺️☺️. Wir können es kaum erwarten 🙂