Projekt Beschreibung

 – 3.Etappe –

von Saint-Paul-en-Royan zum Lac de Serre-Ponçon

Nach dem ausgiebigen Frühstück in unserer Unterkunft „Chez Pascal“, die wir auf alle Fälle weiterempfehlen möchten, machten wir uns auf den Weg zum ersten, „richtigen“ Highlight auf unserer Reise. Es ging Richtung Combe Laval hier im Vercours.

Zuerst aber ging es noch in einen Elektronik-Markt in der Nähe, der pünktlich um 9:42 Uhr seine Türen öffnete. Du, lieber Leser, erinnerst Dich noch an Bea`s Missgeschick mit ihrer Systemkamera? Genau, die hatte ja unglücklicherweise gestern einen Objektivschaden erlitten und so musste entsprechender Ersatz her. Da wir auf die Schnelle kein Ersatzobjektiv für die „Nikon N1“ besorgen konnten, suchte Bea sich eine neue Kompakt-Kamera aus. Es wurde eine „Canon PowerShot SX720 HS“ die hier in Frankreich sogar günstiger im Laden, als in Deutschland z.B. bei Amazon zu bekommen war.

Der Verkäufer wollte uns diese dann bestellen, was wir dankend ablehnten und versuchten ihm klar zu machen, dass wir die Kamera SOFORT, HIER und JETZT benötigen würden. Leider hatte er keine da, somit kauften wir kurzerhand das Ausstellungsstück 😊. Doof war aber, dass wir keinen vollen Akku für die Kamera erhalten konnten. Somit mussten wir heute also nur mit der großen digitalen Spiegelreflexkamera und den Handys auskommen.

Endlich, gut eine Stunde später als geplant, waren wir wieder auf der Reise. Diese führte uns über eine sehr alte Brücke über die L`Isere ins Departement „La Drome“. Die alte Brücke durfte auch gleich als Fotomotiv herhalten. Kurz darauf fuhren wir durch die Stadt „Saint-Nazaire-en-Royans“. Viel gibt es über diese alte, leicht herunter gekommene Stadt nicht zu berichten, erwähnenswert ist allenfalls das Aquädukt aus dem späten 18. Jahrhundert.

Weiter führte uns der Weg bergauf über die D76.  Nach wenigen Kilometern tauchte vor uns dann auch die erste Attraktion auf: der erste kleine Tunnel auf dieser Strasse. Mit „Combe Laval“ verbindet man im Allgemeinen das Tal „Royan“ und das Massiv, dass das Tal umgibt, doch eigentlich wurde nur die Straße, die als Holztransportweg dienen sollte, so benannt.

Aber egal, ob der Name nun der Straße oder dem Tal gilt, uns stockte der Atmen bei dieser grandiosen Aussicht, die man sich auf keinen Fall entgehen lassen sollte. Immer wieder haben wir tolle Fotos im Internet gesehen, nun standen wir selbst dort. Ein Erlebnis ist dieser Ort allemal und natürlich durften die typischen Touri-Fotos an dieser Stelle nun wirklich nicht fehlen 😊

Der weitere Verlauf der Strasse bot noch einige Aussichtsplattformen, die wir auch dankend nutzen. Die Aussicht war einfach nur ein Genuss und sollte uns einen ersten Eindruck geben, was uns auf dieser Reise noch alles erwarten würde.

Sehr beeindruckt setzten wir unsere Reise fort.

Die nächste Highlights sollte nicht lange auf sich warten, denn es folgte der „Col de la Machine“, der „Col de la Chau“, der „Col de Saint Alexis“, der „Col de Rousset“ und zu guter Letzt der „Col de Grimone“

Nach diesem Pässe-Erlebnis brauchten wir erst einmal eine Stärkung. Es war bereits spät am Mittag und unsere Mägen meldeten sich. Zudem befanden wir uns wieder im „Flachland“ und die Temperatur betrug mittlerweile unerträgliche 34°C. Wir suchten uns also ein schattiges Plätzchen für einen Imbiss.

Nach der Mittagspause setzten wir unsere Fahrt zum heutigen Etappenziel fort. Bea und ich waren uns einig, dass wir die heutige Tour am „Lac de Serre-Ponçon“ beenden werden und uns hier eine Übernachtungsmöglichkeit suchen. Es war einfach zu heiß für die Weiterfahrt. Wir wären am liebsten mit allen Klamotten in den See gesprungen. 😊 Auf der Karte sah der Stausee gar nicht so groß aus, aber in natura war er ein ordentliches Stück größer als angenommen.

Im nördlichen Teil des See gab es einen kleinen Felsen, auf dem sich eine Kapelle befand, die Kapelle Saint Michel, die ursprünglich wegen des Stausees abgerissen werden sollte. Da sich diese aber auf einer Anhöhe befindet und selbst bei Wasserhöchststand nicht in den Fluten versinkt, ließ man sie bestehen. Bei Niedrigwasser wäre sie sogar zu Fuß erreichbar.

Unsere heutige Übernachtungsgmöglichkeit sollte sich in 30 km Entfernung befinden. Wir machten uns also auf den Weg. Was wir in der Hitze des Tages völlig vergessen hatten, 30 km sind eine ordentliche Strecke, wenn sie entlang eines verschnörkelten Sees verläuft. Kurz vor dem Tagesziel fiel uns ein, dass wir weder etwas zu Essen noch zu trinken dabei hatten. Also holten wir die Handys raus und suchten nach einer Einkaufsmöglichkeit. Der nächste, vielversprechende Supermarkt sollte 20 km zurück des Weges liegen. Ok.. also umdrehen und Proviant kaufen fahren. Blöd ist es nur, wenn man die gleiche Strecke am See entlang fahren muß, die man auch gekommen ist. Wir suchten also eine Abkürzung über den Berg und fanden diese in Form der „D7“. 20 Kilometer Strecke weniger war schon ein Anreiz. Die Strasse allerdings war so krass mit engen Serpentinen und Kurven, dass wir nach der 5. Kurve bereits aufgeben mussten. Es war einfach zu eng für unsere ADV, zu schwer für Thomis Fahrkönnen und zu spät für derartige Konzentration. Also Abbruch und zurück zur Uferstrasse und fast die ganze Strecke zurück zum Ausgangspunkt. Strafe muss sein, für die Nachlässigkeit, ohne Proviant in eine Unterkunft zu fahren, in deren Umkreis es einfach GAR NICHTS gab, kein Geschäft, kein Lokal…. ☹

In der Stadt „Savines-le-lac“ fanden wir recht schnell einen Supermarkt und natürlich, wie könnte es auch anders sein: einen Saarländer auf Motorradurlaub 😊. Nach einem kurzen Gepräch und reichlich Futter und Getränke für den Abend im Gepäck fuhren wir dann endlich in unsere Unterkunft, die wir zudem noch ewig suchen mußten, da sie nicht direkt an einer Hauptstrasse, sondern ca 1km entfernt in einem Wäldchen, erreichbar nur über einen Schotterweg, gelegen war. Nach über 330 km waren wir dann endlich angekommen.