Projekt Beschreibung

 – 4.Etappe –

vom Lac de Serre-Ponçon bis zum Mittelmeer

Die Nacht war, Dank den mit riesigen Glocken behangenen Kühen auf dem Nachbargrundstück, recht kurz. Zudem waren die gehöfteigenen Ponys in den frühen Morgenstunden ausgebüchst, was für zusätzliche Aufregung auf dem kleinen Hof sorgte. Um 7.30 Uhr saßen wir somit schon beim reichhaltigen Frühstück, wie auch anders zu erwarten mit tierischer Begleitung 😊

Um ca. 9:00 Uhr fuhren wir los in Richtung Barcelonette. Ein Städtchen, dass Dreh- und Wendepunkt für alle ist, die die RDGA fahren. Da wir in einigen Tagen wieder hierherkommen würden, durchfuhren wir die Stadt auf dem kürzesten Wege. In Jausier, einige Kilometer weiter bogen wir dann auf die CV2, die uns auf den Col de la Bonette führte. Das Abenteuer „Route des Grandes Alpes“ konnte nun endlich beginnen.

Der „Bonette“ war ein, für uns alpine Anfänger, sehr gut zu fahrender Pass für den heutigen Einstieg. Ok, gestern wurden schon zwei namhafte und einige kleinere Pässe bezwungen, aber heute durfte es gleich mal ein “berühmter” sein, der auf keiner ToDo-Liste fehlen dürfte.

Irgendwie hatten die meisten Menschen besseres zu tun, als unsere Idee zu teilen und es war grandios leer auf der Gass. 👍 Und die paar Einheimische, die die Strecke wohl mehr als einmal fahren, haben wir gern vorbei gewunken. So wurde es eine stressfreie Auffahrt.

Übrigens waren wir nur mit Sommerkleidung und den Airzippern bewaffnet auf dem 2700er.. Und es war mit 17 Grad nicht mal kalt. ☝️ Aber ein Halstuch war empfehlenswert, war schon recht zugig da oben.
Bei der Abfahrt hatten wir noch dem ein oder anderen Murmeltier nachgewunken, bevor wir uns wieder mehr auf die Straße konzentrierten. ☺️
Nach dem Bonette machten wir uns auf den Col de Colmiane. Hier wird wohl auch dieses Jahr die Tour de France hochfahren. Jedenfalls deutete jeden Kilometer ein Schild darauf hin. Na danke, wir nehmen lieber die GS 😊. Auf dem letzten Stück der Abfahrt machten wir noch einen Fotostopp.

Doch das Tal sah alles andere als schön aus. Wir fuhren also ohne Foto weiter… Es sah einfach nur “grottig” aus da unten. Irgendwie machte die Abfahrt im letzten Drittel einen komischen Eindruck. Eine neue Straße, links und rechts nur Felsen in stattlicher Größe. Ja und als wir fast unten im Ort ankamen, bemerkten wir erst, WO wir waren:

im Tal von Saint-Martin-Vesubie   😥😥.

Für die, die diesen Ort nicht sofort erkennen, so wie wir, eine kurze Erklärung :

Der Ort wurde durch schwere Regenmassen und Sturm teilweise zerstört. Durch tagelange Regenfälle rutschte auch noch ein Teil des Hangs rechts vom Dorf ab und riss alles mit, was sich im Weg befand. Dabei wurde auch ein Großteil der Straße und viele Häuser weggespült oder zerstört. Und wir standen unwissend mitten drin und waren fassungslos und erschüttert 🥺🥺🥺.

Sichtlich ergriffen folgten wir der Straße in diesem Tal kilometerweit Richtung Süden und das Ausmaß der Zerstörung war noch weit hinter dem eigentlichen Unglücksort allgegenwärtig. 😳. Leider gab es keine Möglichkeit aus diesem Tal wieder heraus zu fahren, außer der Umkehr. Also folgten wir weiterhin unserer Route.

Erst nach vielen, vielen Kilometern bot uns eine Kreuzung quasi eine Flucht aus diesem Unglückstal an, die wir dankend annahmen. Der Ausblick auf dieser Panoramastrasse (M19) war unbeschreiblich, aber leider führte sie uns immer weiter von unserer Route ab. Wir mussten leider umkehren…

Dennoch, wer sie befahren will, sollte dies unbedingt tun. Die Aussicht raubt einem den Atem!

In einem Supermarkt etliche Kilometer später in Carros deckten wir uns mit etwas Baguette, Käse und Obst ein. Eigentlich wäre hier auch unsere 4. Etappe zu Ende, aber da es noch recht früh war, beschlossen wir noch ein Stück auf der 5. Etappe zu fahren. Was ich Bea nicht verraten hatte, die heutige Fahrt würde erst am Ende des Festlands enden 😊 Vorher jedoch mussten wir uns durch den Irrsinn der Stadt „Saint-Laurent-de-Var“ kämpfen, bei über 30°C im Schatten nur Stop & Go Verkehr….bis es endlich zu sehen war:

Das MITTELMEER ☺️

Bea war ganz aus dem Häuschen, einen schöneren Tagesabschluß konnte ich ihr heute nicht bieten. Ruckzuck war sie umgezogen und stürzte sich in die Fluten. Die Abkühlung tat sichtlich gut. Nach der Abkühlung machten wir uns dann über unser Abendessen her, und das gleich hier am Strand von „Cagnes-sur-Mer“ an der Cote d´Azur .

Das lieben wir eben am Reisen mit dem Motorrad 😊