Projekt Beschreibung

 – 5.Etappe –

Vom Mittelmeer in die Verdon Schlucht

Heute ist Tag 5 unserer Reise durch Frankreich und wir sind, wie geplant, auf der 5.Etappe. Die Nacht verbrachten wir im „IBIS Budget“ Hotel in Cannes. Dies liegt direkt an der Strandpromenade von Cannes. Warum lange suchen, wenn es auch gut und günstig direkt in der Nähe geht?

Zuerst waren wir nach dem Frühstück noch am Strand von CAGNES-Sur-Mer. Bea wollte unbedingt noch einmal eine Runde schwimmen gehen, gesagt-getan 😊 . Leider zeigte sich die Sonne recht spärlich, sodass wir nicht länger als 90 Minuten geblieben sind.

Nach dem ausgiebigen Bad und ein paar Schnappschüssen auf der Promenade ging es dann ziemlich unspektakulär quer durch alle möglichen Ortschaften rauf in die Parfüm-Stadt GRASSE. Diese ist wirklich grass, pardon krass… 😊 Serpentinen und Steigungen ohne Ende mitten im Ort. Und es war eine ganze Menge los auf den Straßen und Plätzen der Stadt. Da wir uns nicht so für Parfüm interessieren, durchfuhren wir den Ort recht zügig. Wir hatten heute ein weitaus interessanteres Ziel vor Augen.

Ganz oben am Ortsausgang Richtung „Saint-Vallier-de-Thiey“ befand sich eine Snackbar. Ein alter Chef von mir hat mir immer ans Herz gelegt: “Wenn du gut essen willst, also RICHTIG gut, dann dort wo die Einheimischen essen”. Und da unsere Mägen knurrten, entschlossen wir uns zum Mittagessen dort anzuhalten…. War sehr lecker und können wir nur empfehlen. Dazu wurde uns noch eine fantastische Aussicht geboten. Bikerherz, was willst Du mehr??

Nach der Mittagspause drückten wir dann etwas aufs Tempo, denn wir wollten heute unbedingt noch die Gorges de Verdon besichtigen. Über den „Col de Pilon“, den „Col de la Faye“, sowie die Cols „de Valferrière“, „Bas“, und „de Clavel“ näherten wir uns nach ca. zwei Stunden der Schlucht.

Wahnsinn, was sich da vor uns aufgetan hatte . Wir hatten auf Bildern von Freunden und diversen Foren schon viele tolle Fotos gesehen, aber jetzt, hier zu stehen toppte einfach alles, was wir von der Verdon-Schlucht gesehen hatten. Wir kamen aus dem Staunen und Schwärmen einfach nicht mehr raus. So sind sie eben, die Landeier aus dem Saarland. An solchen Dingen kann man sich wie die Kinder einfach nur erfreuen 😊

Da wir, wie bereits erwähnt, von der „D71“ her die Schlucht angefahren hatten, wählten wir natürlich die äußere Runde. Teilweise im Schneckentempo fuhren wir fasziniert weiter auf dieser Straße. Selbstverständlich bremsten wir uns mal wieder selbst aus, denn Handys und Fotoapparate wollten unbedingt ihren Dienst tun. Wir vertrödelten schon eine ganze Menge Zeit. Aber nicht nur wir selbst sorgten für ordentlichen Zeitverlust, auch so manche Begrenzungsmauer, die nicht viel höher als die Fußraste unserer GS war, mahnte deutlich zum vorsichtigen Fahren. Bei jeglicher Fotopause erinnerten mich zudem mein Überlebenstrieb und die Höhenangst gemeinsam zur Vorsicht….

Dennoch: Wir waren auf alle Fälle MÄCHTIG beeindruckt, was die Natur da in Millionen von Jahren erschaffen hat.

Ein zufälliger Blick auf die Uhr ermahnte uns schnellstmöglich eine Unterkunft zu suchen. Es war schon weit nach 18:00 Uhr. Booking.com ist unsere erste Anlaufstelle. Nun denn, in „Aups“ sollten wir fündig werden. „Google Maps“ sagte eine Strecke von 34 Kilometern voraus. Ok, also eine Unterkunft gebucht und ab nach Aups. Unterwegs suchten wir wieder einmal einen Supermarkt, aber die sind rund um die „Gorges de Verdon“ spärlich gesäht. In einem kleinen Nest fanden wir zumindest noch einen Laden, der Biowein und Biobier verkaufte. Wir entschieden uns für das Bier in Bioqualität. Die 0,75l Flasche kostete zwar 7,80 € aber war den Preis alle Male wert.
Nachdem der Einkauf erledigt war suchten wir ewig noch die Unterkunft. Diese war nämlich MITTEN im Ort in der Fußgängerzone, in die so gut wie kein Auto durchkam. Wir fragten eine Passantin nach der Adresse, die auch Google Maps nicht zeigen konnte. Leider konnte sie nicht weiter helfen. Wir suchten weiter, bis wir eine Treppe entdeckten, die uns in den unteren Teil des Ortes brachte. Nach gefühlten 100 Stufen und um 8 Ecken herum standen wir dann mit Hilfe eines anderen Anwohners endlich vor dem B&B. Der Betreiber war sehr nett, und bot uns an, die GS vor der Türe der Unterkunft zu parken. Das aber war, wie bereits erwähnt, unmöglich. Eine voll beladene GS fahre ich vielleicht ein paar Stufen hinunter, nicht aber hinauf. Darüber hinaus war der Weg zum B&B eine Sackgasse. Wie sollte das funktionieren? Also mußt die Qalle heute weit weg von uns allein auf einem Parkplatz übernachten. Die Schlepperei des Gepäcks war ebenso nervig, wie auch die ganze Latscherei durch die verwinkelten Gassen mit ihren vielen Stufen.
Was lernen wir daraus: Vorab erst einmal genauer hinsehen, WO sich die gewählte Unterkunft befindet und nicht allen Bewertungen glauben, die man so ließt ☝

Das Zimmer wurde wohl im letzten Jahrtausend renoviert, es roch schon sehr muffig. Schnell waren Bea und ich uns einig, dass wir nach dem Duschen das B&B verlassen und den Ort besichtigen wollten. Vielleicht finden wir eine Bar oder Kneipe, wo wir noch etwas trinken konnten.

Und die fanden wir auch… typisch französisch, urig und gemütlich. Und dazu Temperaturen von 25°C, also raus ins Leben und den Abend genießen. Ein deutschen Ehepaar sprach uns an. Wir tauschten die Erlebnisse des Tages aus. Die beiden waren mit dem Wohnmobil unterwegs und bewunderten unsere Art zu Reisen, mit dem Motorrad und ohne vorherige Buchung für ein Dach über dem Kopf. Wir wünschten uns gegenseitig eine weiterhin gute Reise und schon trennten sich wieder unsere Wege.

Nach dem kühlen, leckeren Feierabendbier schlenderten wir noch etwas durch den Ort und machten noch ein paar Fotos. Immer wieder fiel uns auf, dass der Ort muffig roch. Es lag also nicht an unserem Zimmer, dass wir fluchtartig verlassen hatten, der ganze Ort war so alt, dass die Häuser ihren modrigen „Duft“ abgaben.

Zufrieden mit dem Tag und vollgestopft mit den Eindrücken aus der Verdonschlucht machten wir uns auf den Weg zurück in unsere Unterkunft. Morgen werden wir den restlichen Teil der Schlucht unter die Räder nehmen. Wir sind sehr gespannt, was uns noch alles erwarten wird. 😊