Projekt Beschreibung

 – 6.Etappe –

Von der Verdon Schlucht bis Barcelonnette

Bonne soirée de France  🙋‍♀️🙋‍♂️

Heute ging es nach dem Frühstück zurück in die Verdon-Schlucht. Wir wollten auf alle Fälle den “Rest” der äußeren Runde zu Ende fahren. Da Bea genug “Schlucht und tiefe Abgründe” gesehen hatte (Thomi war ehrlich gesagt auch ab und zu schon etwas mulmig bei den Straßen zu Mute), einigten wir uns darauf, den inneren Ring, die „D23 – Route des Cretes“, sausen zu lassen. Wir vermuten, dass man im Endeffekt fast genau das Gleiche sieht, was man auch von weiter oben geboten bekommt. Zudem haben wir nun einen Grund mehr noch einmal hier her zu kommen und den Rest der Schlucht zu besichtigen.

Wir waren recht unwissend und mit wenig detaillierten Informationen zu dieser Reise aufgebrochen. Zwar wurden einige Zwischenziele und Sehenswürdigkeiten, die wir von Freunden und Mitgliedern unserer Lieblingsforen ans Herz gelegt bekommen hatten, für diese Tour herausgesucht, was wir aber bis dato nicht ahnten, es kam noch abgründiger und mulmiger für den Magen. Aber davon später mehr….

Ein erstes Highlight an diesem Tage setzte zunächst der „Lac de St. Croix“, ein Stausee in den der Fluß „Verdon“ mündete. Das türkisblaue Wasser und der „Eingang“ zur Schlucht waren unbeschreiblich. Auf der Brücke „Pont du Galetas“ hatte man die beste Sicht überhaupt. Gut, dass es gleich hinter der Brücke ausreichend Parkplätze gibt. Qalle wurde direkt abgestellt und mit allem was Bilder machen konnte, bewaffneten wir uns, um sich dieses atemberaubende Panorama in aller Ruhe angucken und ein paar Fotos machen zu können.

Auf dem Weg zurück zu unserer GS wurden wir von einer Gruppe holländischer Biker angesprochen, die sich für die ActionCams auf Thomi`s Helm und am Motorrad interessierten. Es wurde ein wenig gefachsimpelt, bevor wir unsere Reise dann nach einer Weile fortsetzen konnten. Noch viele kurvenreiche Kilometer folgten wir der „D952“ bis wir auf den nächsten See stießen, den „Lac de Castillon“, der u.a. ebenfalls von der „Verdon“ gespeist wird. Auch hier war das Wasser wieder türkisblau, einfach nur Wahnsinn diese Farbe. Der See lud uns zum Verweilen ein. Schnell fanden wir ein schattiges Plätzchen für eine gemütliche Kaffeepause. Und wieder war er da, der Moment, den wir uns immer wieder gönnen: Einfach zu machen was wir wollen, Halt zu machen, wo wir wollen und wie lange wir wollen.

Nach ca. einer Stunden machten wir uns wieder auf den ursprünglichen Weg. In Castellane wechselten wir dann auf die „Nationalstraße 202“. Die N202, auch Route de Grenoble genannt, war eine flott zu fahrende Straße in den Bergen, immer entlang des Flüßchens „La Galanche“. Am Fluss „Le Var“ wechselten wir auf die „D902“, Richtung Norden, die im Departement „Alpes-Maritimes“ zur D2002 wird. Die Brücke „Pont du Var“ konnten wir wegen einer Straßensperre leider nicht fotografieren, ein LKW hatte sich dort festgefahren und die Polizei regelte den Verkehr. Vorbei an einigen Haltepunkten und Rastplätzen fuhren wir weiter, bis wir durch immer schroffere Felsformationen fuhren. Hinter einer 180 Grad Kehre über eine Brücke klärte uns ein Schild am Straßenrand auf, wo wir uns gerade befanden:
in der „Daluis“-Schlucht. ☝

Tiefrote Sandsteinfelsen formten eine Landschaft, atemberaubend und aufregend zugleich. Da wir uns auf dem Weg nach Norden befanden, umfuhren wir immer wieder kleine Durchfahrten, die für den Gegenverkehr in den Felsen geschlagen wurden. Das sorgte für einen zusätzlichen Nervenkitzel bei Thomi. Wie schon erwähnt, lieber Leser, Thomi hat schon etwas Höhenangst und dieser hatte er sich wirklich tapfer gestellt, aber die DALUIS-Schlucht setzte noch mal ordentlich einen drauf. Neben der Straße war, wenn überhaupt, eine Begrenzungsmauer und dahinter ging es teilweise steil nach unten. Ein Fahrfehler… nicht auszudenken, was der für Konsequenzen haben könnte. Hier muß man einfach mit absolut voller Konzentration dabei sein. ☝☝☝

Dennoch, es war unglaublich, was die Natur auch hier vollbracht hatte. Für den ein oder anderen Pässe-Fahrer mag das Ganze recht unspektakulär sein, für uns saarländische Landeier jedoch, war das hier eine Sensation.  Nach diesem tollen Erlebnis gönnten wir uns erst einmal ein Eis in Guillaumes, einer kleinen Ausflugsstadt am Ende des Weges… Erst mal durchatmen 😊.

Übrigens, wer mal in dieser Gegend ist und so richtig viel Lust auf Serpentinen hat, der fährt mal hier nach Guillaumes und schaut sich nördlich, westlich und östlich um. Irre, was es hier für kleine Paßstrassen gibt. Die ganz Verrückten fahren etwas nördlich von der D2022 herunter auf die D74 (Sackgasse), die D75 (Sackgasse), die D76 (Sackgasse), über die D29 auf den Col de Valberg und über die D28 wieder zurück auf die ursprüngliche Strasse. 😊 Wir wünschen viel Vergnügen dabei.

Hier mal ein Kartenausschnitt aus Google dazu:

Nach der kleinen Eispause ging es weiter auf den Col de Cayolle . Der Pass war wegen der wenigen Serpentinen für uns und unsere vollgepackte Fuhre sehr einfach zu fahren. Was uns jedoch sehr störte waren die vielen egoistischen Auto- und Motorradfahrer, die uns auf dieser Strecke entgegen kamen. Thomi ist irgendwann einfach nur noch stur auf seiner Fahrlinie geblieben und hätte dem Gegenverkehr eher freiwillig die Spiegel abgefahren oder mit den Koffern Kratzer in die Türen gemacht, als auch nur einen Zentimeter weiter rechts zu fahren, wo es in eine Rinne ging, die Frau, Mann und Motorrad nicht gut bekommen wäre . Auf keinem Pass auf dieser Reise sind uns so viele MÖCHTEGERN „Alain Prost`s“ und „Mick Dohan`s“ entgegengekommen, wie auf dem Col de Cayolle

Oben waren die Temperaturen mit frischen 15 Grad sehr angenehm. Und endlich hatten wir auch mal die Gelegenheit einen richtigen “Wegestein” auf einem Pass fotografieren zu können. An all den brauen Schildern mit der Aufschrift “Col de… Alitude xxx m”, fuhren wir mittlerweile ohne „Beweisfotos“ vorbei, ansonsten wären wir wohl heute noch unterwegs 😂

In Barcelonette, das Städtchen, welches wir vor einigen Tagen einfach durchfahren hatten suchten wir uns eine Unterkunft mitten in der Stadt, wo unser Motorrad ein paar Straßen weiter sicher mit einigen Artgenossen in einer Garage übernachten durfte. Wir schlenderten etwas durch die Straßen, bis wir einen belebten Platz mit vielen kleinen Restaurants fanden. Dort ließen wir uns vor dem „Le Grande“ nieder und bestellten neben je einem Aperol die vegetarische Tagesempfehlung. Es war sehr, sehr lecker… Nicht so ganz verstanden hatten wir jedoch, ob man den „Kurzen“, der in einem Glas AUF dem Teller serviert wurde, davor, dabei oder nach dem Essen trinken, oder ihn übers Essen schütten sollten 😊. Wir entschlossen uns, ihn während des Essens zu genießen. 😁

Übrigens ein kleiner Tipp von uns: wenn ihr in Frankreich unterwegs seid und nach einem leckeren Essen noch Lust auf einen Nachtisch habt, dann fragt mal nach, ob es ein „Cafe Gourmant“ gibt. Bekommt man normalerweise in jedem guten Lokal und es ist immer wieder überraschend, was für verschiedene Dessert-Kleinigkeiten zu einem Espresso serviert werden. Probiert es einfach mal aus. ☝

Nach dem Essen ging es dann noch ein wenig durch die Fußgängerzone, bevor wir unser Hotel aufsuchten. Morgen geht’s hoffentlich abenteuerlich weiter, der “Col de Vars” ruft und mit ihm noch einmal eine Etappe auf der Route des Grandes Alpes mit einigen weiteren Highlights. 😊