Projekt Beschreibung

2016 waren wir zu unserer zweiten großen Motorradreise aufgebrochen. Unser Ziel war Sardinien, dass wir innerhalb von 8 Tagen umfahren wollten. Das war schon eine große Herausforderung für uns. Immerhin waren wir noch echte Neebies, was das Thema Motorradreise anging. Zudem waren wir mit nur einem Bike unterwegs, einer R 1150 GS von 2001.

Ende Mai ging es dann los. Vom Saarland aus fuhren wir über Frankreich in die Schweiz bis nach Andermatt, wo wir in einem kleinen Hotel übernachteten. Am zweiten Tag unserer Anreise ging es dann durch die Schweiz in Richtung Italien bis nach Genua, wo wir abends auf der Fähre nach Olbia eincheckten. Nachdem wir uns am nächsten Morgen von unseren Mitfahrern Martina & Jörg (Das Chaos-Team) verabschiedet hatten, starteten wir unsere Rundfahrt im Osten der Insel. Von Olbia aus fuhren wir nach Arbatax, besuchten einen Strand und steuerten dann über eine wunderschöne Küstenstraße nach San Vito, unserem ersten Tagesziel.

Sardinien
Sardinien

Hier übernachteten wir im B&B Casa Camilladas wir hier unbedingt erwähnen wollen. Dieses B&B ist mit eines der besten, die wir in 5 Jahren Motorradreisen bewohnen durften. 👍

Von Südosten der Insel fuhren wir weiter über San Vito in die Hauptstadt der Insel, nach Cagliari, wo wir uns eine Kaffeepause gönnten. Danach folgten wir einer Streckenempfehlung, denn die Küstenstraße zwischen Cagliari und Carbonia sollte nicht der Rede wert sein. Wir befuhren also eine 25 km lange Sandpiste, die SP1 bis nach Carbonia, unserem Tagesziel. Mit der Sandpiste hatte es jemand wohl besonders gut mit uns gemeint, denn angeblich sollte diese nur 5 km lang sein. Zudem waren wir, wie schon erwähnt, nur auf einem Motorrad unterwegs und das noch vollbeladen. Der Spaßfaktor hielt sich in dieser Relation also eher in Grenzen, wenn Thomi auch ein absoluter Offroad-Fan ist.

Für Offroad-Fans ein absolutes Muss auf Sardinien, die SP1
Sardinien
Nebenstrecke der SP1
Sardinien
Thomi hochzufrieden auf der SP1

Weiter ging es von Carbonia zum Dünenstrand von Arbus, an dem wir eine Badepause einlegen wollten. Nach der Abkühlung ging es dann zum Tagesziel nach Oristano. Um zum einzigen Dünenstrand Sardiniens zu kommen, führte uns die Strecke, war ja klar, über eine Sandpiste. Mittlerweile waren wir diese Pisten ja gewohnt. Dennoch war es uns anfangs immer noch etwas mulmig in der Magengegend. Schon wieder Sand! Aber auch diese Piste meisterte die 1150er mit Metzler Tourance Next Reifen problemlos. 👍

Bea bei den Überresten der Miniera di Naracaul
Leere Sandstrände im Mai auf Sardinien
Leere Sandstrände im Mai auf Sardinien

Weitere Ziele unserer Rundreise waren der Tempel von Antas, die Costa Paradiso, der Elefantenfelsen bei Castelsardo und die Insel La Maddalena.

Bea beim Tempel von Antas
Ein Muss auf Sardinien: Die Costa Paradiso
Tolle Aussichten von der Küstenstrasse
Die Saarland Adventures an der Costa Paradiso
Bei Bea wird Tierrettung groß geschrieben.
Allein die Sonnenuntergänge sind schon eine Reise wert.
Bea auf der 1150er an der Costa Paradiso
Bea am Elefentanfelsen bei Castelsardo

Auf La Maddalena, der Nachbarinsel Sardiniens im Nordosten hatten wir dann einen Defekt am Motorrad. Der Schlauch der Vorderradbremse war an einer unglücklichen Stelle geplatzt. Leider war es bereits Samstag Nachmittag und es gab auch keinen Motorradhändler auf der Insel. Lediglich ein Rollerhändler wollte uns irgendwie weiterhelfen, was ihm aber leider nicht gelang. Frustriert rollten wir langsam wieder in den Hafen zurück, ohne die Insel wirklich gesehen zu haben. Zudem mussten wir noch ins über 40 km entfernte Olbia auf die Hauptinsel, denn am selben Abend fuhr unsere Fähre nach Genua. Wir mussten also irgendwie zurück. Auf der Hauptinsel schlichen wir dann nur noch mit der Hinterradbremse “bewaffnet” Richtung Olbia, suchten einen Supermarkt, kauften eine Tube Sekundenkleber, den wir nach und nach auf die undichte Stelle auftrugen. Wir mussten das Loch abdichten, damit uns die aggressive Bremsflüssigkeit nicht den Lack des Motorrads versaute und außerdem hatten wir somit noch die Möglichkeit zumindest EINMAL die Handbremse ziehen zu können, falls unbedingt nötig. Leider war das Leck an einer derart unmöglichen Stelle, dass wir den aufgetragenen Stopfen nicht zusätzlich mit Panzertape fixieren konnten. Dennoch, pünktlich zum Verladen auf der Fähre, Richtung Festland, standen wir dann im Hafen. 👍

die 1150er war defekt
Der Bremsschlauch der Vorderradbremse hatte ein Leck. Ohje, was tun?
Sardinien
Die Saarland Adventures auf Sardinien

Unser persönliches Fazit:

Sardinien hat uns mit seiner Anfängerfreundlichkeit überzeugt. Die Anfahrt ist vom Saarland in zwei Tagen problemlos und stressfrei zu bewältigen. Die Hotels und Pensionen in der Schweiz (wir versuchen immer in der Nähe des St.Gotthard ein Zimmer zu bekommen) sind preislich ziemlich hoch angesiedelt. Aber dafür hat man bei jedem Wetter ein Dach über dem Kopf. Ab Genua nutzen wir die Nachtfähre um 21.00 Uhr nach Olbia, inklusive Kabine und Frühstück. Da die Plätze sehr begehrt sind, sollte man diese schon vorab buchen. Morgens um 7.00 Uhr ist man ausgeruht auf der Insel. Alternativ gibt es noch die Möglichkeit ab Livorno die Fähre nach Olbia zu nehmen. Allerdings ist uns der Mehrweg von ca 200 km (Autobahn) oder 280 km (Überland) die Zeit nicht wert, diese vertrödeln wir dann doch lieber gemütlich übers Mittelmeer schippernd in der Koje. Schließlich haben wir Urlaub 😊

Die Filmreihe zur Sardinien Rundfahrt auf YouTube

Sardinien Rundreise 2016